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Field NoteAgent Note

Gute Agents beginnen nicht im Builder

Wenn in einem Workshop eine gute AI-Idee aufkommt, dauert es manchmal erstaunlich wenige Minuten, bis jemand sagt: „Dafür könnten wir doch einen Agenten bauen.“

02. September 2026 3 Min. Lesezeit Von Sonja Wagenbichler
Copilot StudioAgentsUse Case DesignAI Adoption

Was aufgefallen ist

Beobachtung

Ich verstehe den Reflex. Copilot Studio ist inzwischen so zugänglich, dass man sehr schnell anfangen kann, Knowledge Sources anzubinden, Tools hinzuzufügen und erste Instructions zu formulieren. Nur ist der Builder aus meiner Sicht oft nicht der beste Ort, um anzufangen. Denn bevor ich entscheide, wie ich einen Agent baue, möchte ich erst verstehen, welche Arbeitssituation ich eigentlich verbessern will.

Field Note · Diagnose

Use Case Diagnose

Bei neuen Use Cases schaue ich mir inzwischen fünf Dinge besonders genau an:

  1. 01

    Work Moment

    In welcher konkreten Situation soll AI helfen? Eine einzelne Recherche, eine tägliche Entscheidung oder ein wiederkehrender Prozess?

  2. 02

    Context Depth

    Wie viel Kontext muss verstanden werden? Reicht der aktuelle Chat oder braucht es Dokumente, SharePoint, strukturierte Daten und Fachwissen?

  3. 03

    Action Level

    Soll Copilot nur Informationen aufbereiten — oder tatsächlich etwas auslösen, verändern oder delegieren?

  4. 04

    Risk & Control

    Was passiert, wenn die Antwort falsch ist? Wo braucht es menschliche Prüfung, Freigaben oder klare Guardrails?

  5. 05

    Scale Potential

    Ist das ein persönlicher Arbeitsablauf — oder soll daraus ein standardisierter Prozess für viele Menschen werden?

Builder später. Arbeitssituation zuerst.

Warum das relevant ist

Einordnung

Erst wenn die Arbeitssituation klar ist, wird die Toolfrage interessant. Manchmal reicht ein guter Prompt in Microsoft 365 Copilot völlig aus. Manchmal ist Agent Mode der sinnvollere nächste Schritt. Und manchmal ergibt Copilot Studio tatsächlich Sinn — weil ein Use Case dauerhaft Wissen, Tools, Aktionen, Governance oder eine wiederholbare Orchestrierung benötigt. Das Entscheidende ist deshalb nicht, möglichst schnell einen Agenten zu bauen. Es ist, die kleinste sinnvolle Lösung für die echte Arbeitssituation zu finden.

Mein Takeaway

· notiert

Ein Agent ist keine Ausgangsidee. Er ist eine mögliche Antwort auf einen gut verstandenen Use Case.