Nicht jeder Copilot-Wunsch braucht einen Agenten
In Workshops passiert oft etwas sehr Typisches — und ziemlich schnell fällt der Satz: „Dafür könnten wir doch einen Agenten bauen.“
Field Note Format
Beobachtung · Einordnung · Takeaway
Was aufgefallen ist
Beobachtung
In Workshops passiert oft etwas sehr Typisches: Eine Idee klingt spannend, ein wiederkehrendes Problem wird beschrieben und ziemlich schnell fällt der Satz: „Dafür könnten wir doch einen Agenten bauen.“ Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Manchmal reicht ein guter Prompt in Microsoft 365 Copilot. Manchmal ist Agent Mode der sinnvollere nächste Schritt. Und manchmal braucht ein Use Case tatsächlich Copilot Studio, weil dauerhaft Wissen, Tools, Aktionen oder Governance benötigt werden.
Field Note · Diagnose
Entscheidungs-Reihenfolge
Diese vier Schritte helfen mir, nicht zu schnell ins Tool zu springen:
- 01
Arbeitssituation
Welche konkrete Situation soll besser werden? Eine einzelne Recherche, eine tägliche Entscheidung oder ein wiederkehrender Prozess?
- 02
Kontext
Wie viel Kontext muss verstanden werden? Reicht der aktuelle Chat oder brauchen wir Dokumente, Daten und Fachwissen?
- 03
Aktionsgrad
Soll AI nur informieren oder tatsächlich etwas auslösen, verändern oder delegieren?
- 04
Toolwahl
Erst jetzt: Reicht ein Prompt, ist Agent Mode der nächste Schritt oder braucht es Copilot Studio?
Erst die Situation. Dann das Tool.
Warum das relevant ist
Einordnung
Für mich hilft deshalb eine einfache Reihenfolge: Zuerst die Arbeitssituation verstehen. Dann klären, wie viel Kontext benötigt wird. Danach entscheiden, ob AI nur unterstützen oder tatsächlich handeln soll. Und erst dann über das Tool sprechen. Gerade weil Agents immer einfacher gebaut werden können, wird diese Disziplin aus meiner Sicht wichtiger.
Mein Takeaway
· notiertDie wichtigste Agent-Entscheidung fällt oft, bevor überhaupt ein Agent gebaut wird.